Ausstellungen seit 1986

Kunst- und kulturhistorische Ausstellungen

Im Jahr 1984 gründete Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, bis zu seinem Tod 2013 Kuratoriumsvorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Kulturstiftung Ruhr. Als geschäftsführenden Vorstand berief er den langjährigen Direktor des Essener Museum Folkwang, Prof. Dr. Paul Vogt, der das Amt bis 2010 innehatte.

Für ihre großen internationalen Ausstellungen wählt die Kulturstiftung Ruhr kunst- und kulturhistorische Themen.

Aufgereiht - Homages to the Square von Josef Albers (Ausstellung 2018)

2018 - Josef Albers. Interaction

16. Juni bis 7. Oktober 2018

   

Josef Albers. Interaction

Die retrospektive Ausstellung schlug einen Bogen von Albers’ Zeit am Bauhaus zu den Schwerpunkten der amerikanischen Jahre und der prägenden Begegnung mit Mexiko. Eine Gegenüberstellung mit religiösen Bildwerken verdeutlichte die geistig-spirituelle Dimension seiner Kunst – und auch Albers’ Wirkung auf die amerikanische Kunst der 1960er-Jahre wurde beleuchtet. Als Künstler, Lehrer und Theoretiker beeinflusste Josef Albers die Kunst der Minimal und Conceptual Art, wie die Ausstellung beispielhaft mit Arbeiten von Donald Judd, Ad Reinhardt, Robert Ryman und Agnes Martin zeigte.

2017 - Humboldt dankt, Adenauer dementiert

25. März bis 8. Oktober 2017

Humboldt dankt, Adenauer dementiert. Briefe aus dem Historischen Archiv Krupp

   

„Der mochte mich nicht“, erinnerte sich Berthold Beitz an Konrad Adenauer, und der Kanzler habe ihm die nationale Zuverlässigkeit abgesprochen. Doch das dementierte Adenauer schriftlich, prompt und kühl. Impulsiv und pathetisch war dagegen der sechsseitige Brief, den Kaiser Wilhelm II. eigenhändig an die erst 16-jährige Konzernerbin Bertha Krupp schrieb. Und für die Glückwünsche zu seinem 85. Geburtstag dankte herzlich der weltberühmte Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt.

Erstmals zeigte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung bedeutende Schriftstücke aus dem reichen Bestand des Historischen Archivs Krupp in einer Ausstellung.

Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten (Ausstellung 2011)

2016 - Katharina Fritsch

13. Mai bis 30. Oktober 2016

Katharina Fritsch. Museum Folkwang – Villa Hügel

   

In einer zwischen 2005 und 2007 entstandenen Serie thematisiert die weltbekannte Künstlerin Katharina Fritsch ihren Geburtsort Essen. Erstmals waren diese wichtigen Arbeiten 2016 in Essen zu sehen. Fritsch zeigte ihre beeindruckenden Siebdrucke mit Plastiken im Museum Folkwang, ergänzt durch eine Präsentation in der Villa Hügel. Damit war die vollständige Serie in Essen ausgestellt.

2014 - Wirtschaft! Wunder!

5. Juli bis 23. November 2014

Wirtschaft! Wunder! Krupp in der Fotografie 1949 – 1969

   

Fotografien der 1950er-/60er-Jahre vermitteln Aufbruch und Zuversicht – ein neues Lebensgefühl im Nachkriegsdeutschland. Zwischen Demontage und Wiederaufbau war das „Kruppsche Wunder“ geschehen. In den frühen 1950er-Jahren wurde die Firma Krupp wieder zum Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Spektakuläre Produkte wie die stählerne Tauchkugel für die Tiefseeforschung oder prominente Gäste, wie Thailands schöne Königin Sirikit, sorgten für Aufsehen und weltweite Berichterstattung. Auch Alfried Krupp von Bohlen und Halbach und Berthold Beitz standen schnell im Fokus der Medien.

2013/14 - Heinrich Kley

20. April 2013 bis 27. April 2014

Heinrich Kley

   

Heinrich Kley (1863–1945) war einer der gefragtesten und renommiertesten Zeichner Deutschlands. Von 1901 an wandte er sich im Auftrag der Firma Krupp dem Industrieleben zu. Fasziniert von der Krupp-Gussstahlfabrik in Essen, warf Kley Skizze um Skizze aufs Papier. Präzise beobachtete er, und geschickt hielt er seine Eindrücke fest. Aus den Studien gingen qualitätvolle Kunstwerke hervor, die das Geschehen in den Werkshallen atmosphärisch dicht einfingen. Daher griff die Firma Krupp in ihrer Öffentlichkeitsarbeit immer wieder auf seine Motive zurück.

2011 - Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten

18. Juni bis 11. Dezember 2011

Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten

   

Von keinem Unternehmen, keiner Industriellenfamilie ist wohl eine solche Fülle von Fotografien überliefert wie von Krupp. Zweieinhalb Millionen Aufnahmen bewahrt das Historische Archiv Krupp auf. 2011 präsentierte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung die bedeutendsten Schätze dieser einzigartigen Sammlung erstmals in einer Ausstellung: fast 400 Aufnahmen in aufwendig inszenierten Themenbereichen in 15 Räumen. Die Ausstellung schlug einen Bogen von den Anfängen der Fotografie bis zur zeitgenössischen Fotokunst.

die Gemäldegalerie im Bann von Markt- und Küchenstillleben (Ausstellung 2002)

2008/09 - Villa Hügel zeigt Folkwang

12. Juni 2008 bis 1. November 2009

Villa Hügel zeigt Folkwang

   

Erstmals bot sich 2008 und 2009 die einzigartige Möglichkeit, 120 Hauptwerke aus der Sammlung des Museum Folkwang in der Villa Hügel zu sehen. Das sich daraus ergebende Spannungsverhältnis von kaiserzeitlichem Ambiente und avantgardistischer Modernität machte mehr als 100 Jahre nach den revolutionären Kunstankäufen von Karl Ernst Osthaus den im wilhelminischen Deutschland um 1900 ausgetragenen Kampf um die moderne Kunst augenfällig. Mit der Ausstellung „Villa Hügel zeigt Folkwang“ wurde ein Moment deutscher Museumsgeschichte und Kulturpolitik erlebbar.

2006 - Tibet

16. August bis 26. November 2006

Tibet. Klöster öffnen ihre Schatzkammern

   

Schätze des Ostens: Kaum ein anderes Land regt die Phantasie und Sehnsucht vieler Menschen im Westen so an wie das geheimnisvolle, hinter den Gipfeln des Himalaya verborgene Tibet. Bilder karger, unendlich weiter Landschaften oder meditierender Mönche, Geschichten von abenteuerlichen Expeditionen, Legenden von Gottkönigen und die Strahlkraft buddhistischer Weisheit beflügeln unser Vorstellungsvermögen. Doch was wissen wir über das Land, seine Geschichte und Religion?

2006 ermöglichte die Kulturstiftung Ruhr eine Annäherung an diese fremde und faszinierende Kultur und präsentierte bis zu 1.500 Jahre alte religiöse Kunstwerke aus den Schatzkammern tibetischer Klöster, aus Palästen und Museen.

2003 - Stadt. Land. Fluss

23. August bis 30. November 2003

Stadt. Land. Fluss. Die Flämische Landschaft 1520-1700

   

Gemeinsam mit dem Kunsthistorischen Museum Wien stellte die Kulturstiftung Ruhr 2003 mehr als 100 Landschaftsgemälde des 16. und 17. Jahrhunderts zu einer außergewöhnlichen Ausstellung zusammen. In den Räumen der Villa Hügel, inmitten der ausgedehnten Parklandschaft – ein besonders geeigneter Ort. Denn gern ließen die Künstler dieser Zeit den Blick schweifen, vom bewaldeten Plateau über eine tiefe Ebene bis zum Horizont oder dem in der Ferne glänzenden Meer. Hier entfaltete sich das undurchdringliche Dickicht eines Waldes, dort schlug die Gischt an den Bug eines in Seenot geratenen Schiffes.

2002 - Sinn und Sinnlichkeit

1. September bis 8. Dezember 2002

Sinn und Sinnlichkeit. Das Flämische Stillleben 1550-1680

   

Opulent gedeckte Tische, Markt-, Jagd- und Küchenstücke, Blumensträuße, Naturstudien und Augentäuschungen: Die flämische Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts schwelgte im Detail und suchte die Nähe zur Natur. Den Blumenbildern Jan Brueghels d. Ä. schien nichts als der Duft ihrer realen Vorbilder zu fehlen. Und der Anblick eines gehäuteten Kalbskopfes auf einem Küchenstück von Pieter Aertsen lässt so manchen Besucher auch heute noch einen Schritt zurückweichen. Nahezu perfekt ist die Wiedergabe von Glas oder Metall, der feucht glänzenden Oberflächen und des prallen Volumens reifer Trauben oder saftiger Kirschen.

Mehr als 100 Stillleben des späten 16. und 17. Jahrhunderts aus internationalem Museumsbesitz zeigten Besucherinnen und Besuchern die Entwicklung von den Anfängen bis zur hochbarocken Prachtentfaltung.

Französische Kunst in der Villa Hügel (Ausstellung 1994)

1999 - Korea

5. Juni bis 17. Oktober 1999

Korea. Die alten Königreiche

Die koreanische Hochkultur ist – anders als die chinesische und japanische – in ihrer Vielfalt und Eigenständigkeit heute in Europa noch weitgehend unbekannt. Die Rolle des Landes als eine der führenden internationalen Wirtschaftsmächte Ostasiens hat jedoch in den letzten Jahrzehnten zunehmendes Interesse auch für seine kulturellen Leistungen geweckt – ein Anlass für die Kulturstiftung Ruhr, sie ihrer charakteristischen Eigenart und Bedeutung entsprechend dem europäischen Publikum vorzustellen. Zahlreiche Leihgaben höchster Qualität aus koreanischen Museen und Privatsammlungen, unter ihnen als „Nationalschätze“ eingestufte Werke, eröffneten Besucherinnen und Besuchern einen faszinierenden Einblick in das Wesen koreanischer Kunst und Kultur.

1997 - Breughel-Brueghel

16. August bis 16. November 1997

Breughel-Brueghel. Flämische Malerei um 1600. Tradition und Fortschritt

Die Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr „Breughel-Brueghel – Flämische Malerei um 1600. Tradition und Fortschritt“ bot ein farbiges Kaleidoskop flämischer Malerei zwischen Renaissance und Barock. Einer Malerei, die dank der neueren Forschung gegenüber der niederländischen Malerei jener Zeit zunehmend an Umriss und Gestalt gewinnt. 145 Gemälde und 40 Zeichnungen ließen das Bild eines Zeitalters entstehen, das von hinreißender Vielgestaltigkeit, bildnerischem Reichtum und malerischer Qualität war.

1995 - Das Alte China

2. Juni bis 5. November 1995

Das Alte China. Menschen und Götter im Reich der Mitte

„Die bedeutendste chinesische Ausstellung, die jemals außerhalb Chinas gezeigt worden ist“, nannte die englischsprachige „China Daily“ die Ausstellung „Das Alte China“, die die Kulturstiftung Ruhr 1995 in der Villa Hügel veranstaltete. Die Ausstellung zeigte etwa 200 Objekte aus damals sensationellen neuen Grabungsfunden, die größtenteils China noch nie verlassen hatten: ein fesselnder Einblick in den Entstehungsprozess der alten chinesischen Zivilisation zwischen 5000 v. Chr. und 220 n. Chr. anhand von Kunstwerken von höchster Qualität und historischer Bedeutung.

1994 - Paris

11. Juni bis 13. November 1994

Paris – Belle Époque. 1880 – 1914

Ein Jahrhundert feiert seinen Abschied, und in seinem Glanz sind zugleich die Zeichen einer neuen Zeit unübersehbar. In den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts widmete sich eine Ausstellung in der Villa Hügel der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Paris. Die Belle Époque ist ein facettenreiches Kapitel in der Geschichte der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts. Ihr Bild, in der Erinnerung zu flüchtig schönem Schein verklärt, gewann in der Ausstellung 1994 konkrete Züge: Paris zwischen 1880 und 1914 – ein Panorama urbanen Daseins voller Beschwingtheit und verlockender Vielfalt, das den Ernst des Lebens zu überspielen weiß.

die erste Ausstellung 1986 der Kulturstiftung Ruhr

1992 - Metropole London

6. Juni bis 8. November 1992

Metropole London. Macht und Glanz einer Weltstadt 1800 – 1840

Zentrum des modernen Lebens, Schnittpunkt von Wissenschaft, Kunst und Technik, von Handel und Verkehr: Die Metropole London entfaltete im frühen 19. Jahrhundert ihre immense Größe, ihren Reichtum, ihre Macht. Im Mittelpunkt der ersten Ausstellungen der Kulturstiftung Ruhr standen mit Dresden, Prag und St. Petersburg drei europäische Metropolen, deren Namen sich noch heute mit unvergänglichen Höhepunkten einer glanzvollen höfischen Kultur verbinden. Die Ausstellung des Jahres 1992 galt hingegen einer Weltstadt von anderem Charakter und Prestige. Sie dokumentierte vier entscheidende Jahrzehnte zwischen 1800 und 1840 aus der Geschichte Londons, des ersten europäischen Handels-, Finanz- und Wirtschaftszentrums des beginnenden Industriezeitalters.

1990 - St. Petersburg um 1800

9. Juni bis 4. November 1990

St. Petersburg um 1800. Ein goldenes Zeitalter des russischen Zarenreichs

Die Ausstellung „St. Petersburg um 1800“ in der Villa Hügel im Jahr 1990 rekonstruierte erstmals das breite künstlerische Schaffen des russischen Zarenreiches dieser Epoche. Mit über 500 Meisterwerken aus den Sammlungen der Staatlichen Eremitage spiegelte die Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr diese glanzvolle Epoche der russischen Kunst. Als Peter I., der Große, 1703 im Sumpfgebiet der Newa-Mündung eine neue Stadt gründete, sie zum Seehafen ausbaute und seine Residenz dorthin verlegte, öffnete er damit Russland zum westlichen Europa. Seine Nachfolger folgten diesen richtungsweisenden Anfängen und Petersburg wuchs rasch zu einer politischen und kulturellen Metropole heran.

1988 - Prag um 1600

10. Juni bis 30. Oktober 1988

Prag um 1600. Kunst und Kultur am Hofe Rudolfs II.

„Prag um 1600“ war die zweite Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr in ihrer Reihe „Europäische Metropolen“, die 1986 mit „Barock in Dresden“ begonnen hatte. Glanzstücke der kaiserlichen Hofkunst und Beispiele der kaiserlichen Förderung der Wissenschaften zogen für fünf Monate in die Villa Hügel ein und ließen als rekonstruiertes Ensemble den Betrachter einen Höhepunkt europäischer Kulturgeschichte erleben.

1986 - Barock in Dresden

8. Juni bis 2. November 1986

Barock in Dresden. Kunst und Kunstsammlungen zur Zeit August des Starken (1694-1733) und August III. (1733-1763)

Die erste Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr widmete sich der „europäischen Metropole“ Dresden – Ausgangspunkt für eine Reihe dreier Ausstellungen in den folgenden Jahren. 600 Meisterwerke aus den Sammlungen Dresdener Museen spiegelten den Glanz der sächsischen Residenzstadt Dresden als bedeutende Metropole des 18. Jahrhunderts: ein lebendiges Bild dieser ereignisreichen Epoche im Kontext der europäischen Geschichte.