Die Villa im Wandel der Generationen 1888 bis 1902

Die nächste Generation gestaltete das Innere der Villa ab 1888 deutlich prächtiger und komfortabler. Friedrich Alfred (1854-1902) und Margarethe Krupp (1854-1931) legten den Grundstock zu einer Kunstsammlung und einer herausragenden Sammlung flämischer Wandteppiche aus der Zeit von 1500 bis 1760. Für die Familie, aber auch zur Unterhaltung ihrer zahlreichen Gäste entstanden Tennisplätze, Reitanlagen und Ställe, Lese- und Spielzimmer, sogar ein Gesellschaftshaus mit Kegelbahn und Bibliothek. Dass das Leben auf Villa Hügel unter der zweiten Generation ihrer Bewohner betriebsamer wurde, zeigt sich auch an der stark steigenden Anzahl der Bediensteten: War der Bauherr im Jahr 1876 noch mit 66 Angestellten ausgekommen, so benötigte sein Sohn im Jahr 1902 schon 570 Mitarbeiter, um das Anwesen zu bewirtschaften. Seine Enkelin Bertha hatte zu Beginn des Ersten Weltkrieges gar 648 Menschen in Lohn und Brot.