Anhand ausgewählter Meisterwerke aus der Zeit von 1850 bis 1950 widmet sich die Ausstellung darüber hinaus den unterschiedlichen Entwicklungen der europäischen Avantgarde. Beginnend mit Werken von Böcklin, Manet, Renoir und Rodin werden die Schwerpunkte der Folkwang-Sammlung in den Räumen der Villa Hügel gezeigt. Einen Höhepunkt der Präsentation bilden die Arbeiten der Impressionisten Monet, Pissarro und Signac, vor allem aber der Wegbereiter der Moderne, Cézanne, Gauguin und van Gogh. Bedeutende Gemälde der Fauves von Derain, Vlaminck und Matisse, der Kubisten Braque, Picasso und Delaunay werden konfrontiert mit den deutschen Expressionisten, mit der Malerei des Blauen Reiters sowie Beispielen der Brücke-Künstler. Hervorgehoben werden Künstlerpersönlichkeiten, wie Hodler oder Munch, und Meister, die am Bauhaus lehrten. Eine eigene Abteilung ist den Surrealisten um Dalí, Ernst und Magritte gewidmet. Den Abschluss der Auswahl von Gemälden und Skulpturen bilden die Arbeiten von Kokoschka und Beckmann. Hervorragende Werke der Grafischen und Fotografischen Sammlung sowie Beispiele aus dem Deutschen Plakatmuseum ergänzen mit thematischen Schwerpunkten die Schät-ze des Museum Folkwang.
Das Museum Folkwang
Das Museum Folkwang wurde 1902 von Karl Ernst Osthaus (18741921) in der westfälischen Industriestadt Hagen als für die Öffentlichkeit zugängliches Privatmuseum eröffnet und gilt als das älteste Museum für moderne Kunst in Deutschland. Osthaus, der als erster für eine deutsche Sammlung ein Gemälde von Gauguin erwarb und als erster in einem Museum Werke von van Gogh und Matisse zeigte, wirkte wegweisend für zahlreiche nachfolgende, der modernen Kunst gewidmeten Museumsgründungen. Sein universalistisches Ausstellungskonzept stellte die zeitgenössische Kunst neben ausgewählte Bildwerke der Antike, des Mittelalters, aus Asien und Afrika. Nach dem Tod von Karl Ernst Osthaus 1921 erwarb der von Bürgern und Firmen der Stadt Essen gegründete Folkwang-Museumsverein die Sammlung. An seinem neuen Standort führte Ernst Gosebruch als Direktor die von Osthaus begonnene Tradition erfolgreich fort. Ein engagiertes Ausstellungsprogramm und die beständig wachsende Sammlung festigten den Ruf des Folkwang als Zentrum neuer und neuester Kunst.
Die Beschlagnahmung von mehr als 1400 Werken während der Aktion gegen die sogenannte „entartete Kunst“ 1937 führte dazu, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur noch Fragmente der Sammlung Folkwang existierten.
Der klugen und weitsichtigen Ankaufspolitik der Museumsdirektoren Heinz Köhn und Paul Vogt ist es zu verdanken, dass es in den Jahrzehnten nach 1945 gelang, die schmerzlichsten Lücken wieder zu schließen und dem Museum seine in der Vorkriegszeit erworbene Bedeutung zurückzugeben. Bereits 1960, zur Eröffnung des damaligen Neubaus, waren sein hoher Rang und ausgezeichneter Ruf als richtungweisendes Kunstinstitut wieder hergestellt.
Ein neues Haus
für das Museum Folkwang
Mit der Entscheidung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, als alleinige Förderin einen Museumsneubau zu finanzieren, steht das Folkwang vor einer glänzenden Zukunft. Der von David Chipperfield Architects, London/Berlin, entworfene neue Gebäudekomplex schreitet rasch voran und wird 2010 der Öffentlichkeit übergeben.
Diese Seite drucken