ST. PETERSBURG UM 1800
Ein goldenes Zeitalter des russischen Zarenreichs
09. Juni bis 04. November 1990

Erstmals wird durch die Ausstellung "St. Petersburg um 1800" in der Villa Hügel das breite künstlerische Schaffen des russischen Zarenreiches dieser Epoche rekonstruiert. Mit über 500 Meisterwerken aus den Sammlungen der Staatlichen Ermitage spiegelt die Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr diese glanzvolle Epoche der russischen Kunst. Als Peter I. der Große 1703 im Sumpfgebiet der Neva-Mündung eine neue Stadt gründete, sie zum Seehafen ausbaute und seine Residenz dorthin verlegte, öffnete er damit Rußland zum westlichen Europa. Seine Nachfolger folgten diesen richtungsweisenden Anfängen und Petersburg wuchs rasch zu einer politischen und kulturellen Metropole heran.
Die Ausstellung "St. Petersburg um 1800" in der Villa Hügel beschäftigt sich mit einem Höhepunkt in der Geschichte Petersburgs: mit der Zeit der Zaren Pavel I. und Aleksandr I. Damals erhielt die Stadt ihre klassizistische Prägung und ihr bis heute unverwechselbares Gesicht. Eine besondere Rolle spielt dabei der französische Kaiser Napoleon I. Mit ihm war Rußland zeitweilig verbunden; aber am Ende bekämpfte das Zarenreich Napoleon. Unabhängig vom politischen Mit- und Gegeneinander wurde jedoch der von Napoleon I. geförderte Kunststil, den man heute "Empire-Stil" nennt, für alle europäischen Fürstenhöfe zum Vorbild. Auch in Rußland orientierte man sich am Pariser Hof, und über das französische Vorbild entwickelte die heimische Kunst eigenständige Formen und Stile und gelangte zu einer ersten Blüte.

So vollzog sich vor etwa 200 Jahren ein kultureller Austausch, wie wir ihn heute seit einigen Jahren wieder erleben.
Offene Grenzen erlauben nicht nur, daß die Menschen der Länder reisen, sondern auch deren kulturelles Erbe.

Und so sind nach den erfolgreichen Ausstellungen "Barock in Dresden" vor vier Jahren und "Prag um 1600" 1988 in der Villa Hügel zum dritten Mal Meisterwerke und Kunstgegenstände aus osteuropäischen Museen zu sehen, die nie zuvor in einem westeuropäischen Haus ausgestellt werden konnten.

Mit über 500 Meisterwerken und authentischen Zeugnissen der Zeit aus den Sammlungen der Staatlichen Ermitage spiegelt die Ausstellung diese glanzvolle Epoche russischer Kunst. Mit ihr wird zum ersten Mal das breite Panorama eines goldenen Zeitalters des russischen Zarenreichs rekonstruiert und in seinen vielfältigen Facetten künstlerischer Produktivität vor Augen geführt. In ihnen korrespondieren russische Eigenart und Tradition mit modernen Strömungen des damaligen Europas und verbinden sich zu einer vollendeten Einheit.


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