METROPOLE LONDON
Macht und Glanz einer Weltstadt 1800 - 1840
06. Juni bis 08. November 1992

Zentrum des modernen Lebens, Schnittpunkt von Wissenschaft, Kunst und Technik, von Handel und Verkehr: Die METROPOLE LONDON entfaltete im frühen 19. Jahrhundert ihre immense Größe, ihren Reichtum, ihre Macht. Im Mittelpunkt der ersten Ausstellungen der Kulturstiftung Ruhr standen mit Dresden, Prag und St. Petersburg drei europäische Metropolen, deren Namen sich noch heute mit unvergänglichen Höhepunkten einer glanzvollen höfischen Kultur verbinden. Die Ausstellung des Jahres 1992 gilt hingegen einer Weltstadt von anderem Charakter und Prestige. Sie dokumentiert vier entscheidende Jahrzehnte zwischen 1800 und 1840 aus der Geschichte Londons, des ersten europäischen Handels-, Finanz- und Wirtschaftszentrums des beginnenden Industriezeitalters.

Es sollte nicht nur in dieser Funktion, sondern zugleich auch als Stätte tiefgreifender politischer Umgestaltung in der Neuverteilung von Anspruch, Gewicht und Macht
zwischen Adel und selbstbewußtem Bürgertum Maßstäbe für alle kommenden europäischen Metropolen setzen. Mit der Konzentration industrieller, wirtschaftlicher und militär-ischer Potenz verband sich eine Blüte von Kunst und Kultur, die der imperialen, nicht nur auf die europäischen Grenzen beschränkten Rolle des Landes entsprechend eine neue Weltläufigkeit demonstrierte.

Mit mehr als 500 Leihgaben aus mehr als 100 öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter die Königliche Sammlung, das British Museum, das Victoria and Albert Museum, die Tate und die National Gallery oder das Museum of London, wird ein kunst- und kulturhistorisches Panorama rekonstruiert, das den Aufstieg der Kapitale des britischen Empire zum imposantesten Ort der Zeit dokumentiert. "Die größte Leihgabe nationaler Schätze, die die Insel je verließ", umreißt Celina Fox vom Museum of London, Leiterin des Arbeitsausschusses, die Bedeutung der Ausstellung.

METROPOLE LONDON 1800 - 1840 vermittelt all jene Impulse, die nachhaltig das Bild der Welt veränderten. Die Begegnung mit Georg III. und George IV., Lord Nelson und dem Herzog von Wellington, den Architekten John Soane und John Nash, dem Wissenschaftler Michael Faraday, den Malern J.M.W. Turner, John Constable oder David Wilkie, den Aquarellisten Thomas Girtin, John Sell Cotman und William Blake, den Reformern Jeremy Bentham und William Wilberforce, den Dichtern William Wordsworth, John Keats, Lord Byron und der jungen Königin Viktoria macht eine große Epoche europäischer Geschichte lebendig. In dieser Geschlossenheit wurde der dynamische Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, von der Regentschaft zur Reform und vom Pferd zur Eisenbahn noch nie dargestellt.

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