DAS ALTE CHINA
Menschen und Götter im Reich der Mitte
02. Juni bis 05. November 1995

"Die bedeutendste chinesische Ausstellung, die jemals außerhalb Chinas gezeigt worden ist", nennt die englischsprachige "China Daily" die neue Ausstellung "DAS ALTE CHINA", die von der Kulturstiftung Ruhr 1995 in der Villa Hügel veranstaltet wird.

Die Ausstellung zeigt etwa 200 Objekte aus sensationellen neuen Grabungsfunden, die größtenteils China noch nie verlassen haben und ermöglicht dem Besucher einen faszinierenden Einblick in den Entstehungsprozeß der alten chinesischen Zivilisation zwischen 5000 v. Chr. bis 220 n. Chr. anhand von Kunstwerken von höchster Qualität und historischer Bedeutung.

200 Objekte aus Grabungsfunden der letzten Jahre, alle aus dem Besitz chinesischer Museen und Sammlungen, dokumentieren Frühzeit und Entwicklung der chinesischen Zivilisation zwischen 5000 v. Chr. und 220 n. Chr. und vermitteln Europa gleichzeitig eine Vorstellung von der systematischen Bodenforschung in einem Lande, dessen Stolz auf die eigene Kultur und Geschichte noch heute groß ist. Sie ermöglichen damit dem Kunstfreund zugleich die Bekanntschaft mit der Vor- und Frühgeschichte einer Weltkultur, wie sie in Europa in dieser konzentrierten Auswahl bisher noch nie zu sehen war. Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf archäologische Funde von ungewöhnlicher Qualität und historischer Bedeutung, die unser Bild von der chinesischen Kultur verändert haben. Sie bietet dem Besucher die einzigartige Gelegenheit, durch diese Zeugnisse einer fernen Vergangenheit nicht nur einen Einblick in den geistesgeschichtlichen Hintergrund der frühen chinesischen Hochkultur zu gewinnen, sondern zugleich auch etwas über das moderne China zu lernen. Texte und Essays berichten von sozialen Strukturen und von der Stellung der Frau, vom Alltagsleben und Familienbezogenheit, von Ahnenkult und frühen Mythen, von Menschen und Göttern im alten Reich der Mitte.

Unter den Ausstellungsstücken befinden sich zahlreiche Objekte von außergewöhnlichem Rang: neolithische Keramik und Jadesymbole mit Mensch- und Tierdekor, Beispiele der noch niemals außerhalb Chinas gezeigten sensationellen Funde der Kultur von Shu aus dem 13./12. Jh. v. Chr., unter ihnen die mittlerweile weltberühmte 2,62 m hohe Bronzefigur eines stehenden Mannes sowie ein lebensgroßer, mit Gold bedeckter Bronzekopf aus den Opfergruben von Sanxingdui in der Provinz Sichuan, einmalige Werke, die erst vor wenigen Jahren fast zufällig beim Bau einer Ziegelei entdeckt wurden und
ein neues Bild der chinesischen Kultur zeichnen, dazu Ritualbronzen und Jadefiguren aus dem Grab der Dame Fu Hao, einer Heerführerin und Nebenfrau des mächtigen Shang-Königs Wu Ding, der einzigen Grabstätte, die bisher mit einer historischen Persönlichkeit des 13. Jh. v. Chr. in Verbindung gebracht werden konnte, ferner reiche Funde aus der südchinesischen Kultur der Zhou-Zeit (8. - 3. Jh. v. Chr.) und schließlich neben zahlreichen Beispielen des Kults der Han-Zeit (202 v. Chr. - 220 n. Chr.) auch M-en-schen---figuren und Architekturmodelle, die den Alltag in jenen Jahrhunderten lebensnah dokumentieren.

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