Archiv für den Monat: Juli 2011

2. Veranstaltung des Begleitprogramms: Fotografie im 19. Jahrhundert

Silber, Gold und Lampenschwarz – Fotografie im 19. Jahrhundert
Essen. Die Kunstfertigkeit der ersten Fotografen, ihr handwerkliches Geschick und ihr technisches Wissen sind im Zeitalter der Digitalisierung längst vergessen. Doch ein Blick in die Welt der Fotopioniere ist faszinierend – nicht nur für Hobbyfotografen. Dipl.-Ing. Klaus Pollmeier, Dozent für Fotografie an der Hochschule Anhalt und international anerkannter Fotorestaurator, gibt am Dienstag, dem 2. August, um 19.00 Uhr in der Villa Hügel Essen einen Einblick in die Welt der Fotografie im 19. Jahrhundert. Die Veranstaltung ist die zweite einer vierteiligen Reihe, die verschiedene Themen der Ausstellung „Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ aufgreift und vertieft.

Unikate vom Fotografen
So genau, wollte man es gar nicht wissen: Als in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts Daguerreotypien in Mode kamen, waren die betuchten Kunden der Fotografen oft entsetzt über die Schärfe und Genauigkeit ihrer Konterfeis. Auf silberglänzendem Hintergrund zeigten ihre Portraits präzise, was Maler und Zeichner wohlwollend kaschiert hätten.
Noch dazu war die neue Technik schnell: Nach etwa einer halben Stunde waren die teuren Unikate hergestellt und gerahmt. Doch beim Entwickeln der versilberten Kupferplatten entstanden extrem giftige Quecksilberdämpfe und so wurden die eindrucksvollen Daguerreotypien schon in den 1850er Jahren von den Glasplattenbildern der Ambrotypien zurückgedrängt. Auch sie waren fotografische Unikate. Allerdings kam zeitgleich lichtempfindliches Papier in Mode. Vervielfältigung wurde möglich. Leider ließen Schärfe und Brillanz dieser ersten „Salzpapierabzüge“ zu wünschen übrig.
Egal welche Technik zum Einsatz kam, in der frühen Zeit der Fotografie war das Abbild der Welt schwarz-weiß. Nur Fotoateliers, die einen Kunstmaler mit Pastellkreide und Aquarellfarben nachhelfen ließen, konnten ihren Kunden mehr oder weniger naturgetreue Bilder offerieren.

2. Veranstaltung des Begleitprogramms zur Ausstellung
„Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ in der Villa Hügel Essen:

2. August 2011

Silber, Gold und Lampenschwarz: Fotografie im 19. Jahrhundert 

Referent: Dipl.-Ing. Klaus Pollmeier, Dozent für Fotografie an der Hochschule Anhalt Beginn 19 Uhr im Großen Haus der Villa Hügel Essen. Der Eintritt ist frei.

Bildinformation zum Anhang: Heinrich Fleischhauer: Alfred und Bertha Krupp, um 1875, © Historisches Archiv Krupp Abdruck honorarfrei im Rahmen der Berichterstattung über die aktuelle Ausstellung und das Begleitprogramm

Weitere Informationen und Fotos zum Download unter: www.villahuegel.de
Pressekontakt: Waltraud Murauer-Ziebach, presse@villahuegel.de, 0201-61629-19 

29.07.2011

Rund 32.000 Ausstellungsbesucher in den ersten vier Wochen.

2011: Die Bilder von Krupp – Eine Erfolgsgeschichte seit 200 Jahren
Rund 32.000 Ausstellungsbesucher in den ersten vier Wochen

Essen.Andrang auf Hügel: Rund 32.000 Besucher sahen bereits in den ersten vier Wochen die Ausstellung „Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ (18.06.-11.12.2011) in der Essener Villa Hügel. Seit der Frühzeit des Mediums prägen Fotos mit Symbolcharakter das Image von Krupp. Mit großem Aufwand setzte man legendäre Produkte in Szene, fertigte Panoramabilder von den gewaltigen Produktionsstätten an, zeigte den Firmenchef mit gekrönten Häuptern und die Familie demonstrierte großbürgerliches Selbstverständnis vor der Kamera. Die Ausstellung schlägt in 15 inhaltlich ausgerichteten Abteilungen den Bogen von den Anfängen der Fotografie bis zur zeitgenössischen Fotokunst. Mehr als 400 Bilder und Objekte laden im einstigen Wohnhaus der Familie Krupp zu einer Entdeckungsreise in die Geschichte der Fotografie ein. Sie spiegeln Unternehmens- und Familiengeschichte, werfen Streiflichter auf den industriellen Aufschwung und das Weltgeschehen und thematisieren den Einsatz, die Faszination und den Nutzen des Mediums.

Öffnungszeiten:
18. Juni – 11. Dezember 2011, Dienstag bis Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr

Weitere Informationen und Fotos zum Download unter: www.villahuegel.de
Pressekontakt: Waltraud Murauer-Ziebach, presse@villahuegel.de, 0201-61629-19

1. Veranstaltung des Begleitprogrammes: Die Faszination des eigenen Bildes

Die Faszination des eigenen Bildes
Essen. Meist sind sie nicht größer als eine geöffnete Hand, die Porträtfotos, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Ihre Herstellung war aufwändig, die Belichtungszeiten stellten die Geduld und die Körperbeherrschung des Porträtierten auf die Probe. Zunächst blieben die faszinierenden neuen Bilder den Reichen vorbehalten, doch der erste Schritt zum Massenmedium war schon bald getan. Prof. Dr. Bodo von Dewitz, stellvertretender Direktor und Leiter der Fotografischen Sammlungen des Museum Ludwig in Köln, stellt am Dienstag, dem 5. Juli, „Das Medium für jede Gelegenheit – Porträtfotografie im 19. Jahrhundert“ in der Villa Hügel Essen vor. Die Veranstaltung ist der Auftakt einer vierteiligen Reihe, die verschiedene Themen der Ausstellung „Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ aufgreift und vertieft.Sein und Schein im Visitenkartenformat

Rund drei Tagelöhne konnte der Besuch beim Fotografen in den 1850er-Jahren schon kosten. Doch wer es sich leisten konnte, fuhr gerne zum Fototermin in eine der großen Städte und erstand eine Daguerreotypie. Das eigene Konterfei auf einer versilberten Kupferplatte. Edel gerahmt, wie ein gemaltes Bildnis, erhielt das Unikat dann einen Ehrenplatz im heimischen Salon. Erst mit der Reproduzierbarkeit verließ das Porträtbild den Kreis der Familie. Aber bereits in den 1860er-Jahren kam das Visitenkartenfoto auf und erfreute sich schnell einer enormen Beliebtheit. War es zuerst ein Privileg der Herrschenden das eigene Porträt zu verschenken, so entwickelte sich jetzt ein reger Tauschhandel, die Sammelleidenschaft brach aus und wurde zu einer wahren „Kartomanie“. Es war die Geburtsstunde des Fotoalbums. Große Kunst war diese Massenware allerdings nicht. Wurde auf den Daguerreotypien noch versucht, die Charakteristika des Fotografierten herauszustellen, seinen sozialen Stand zu unterstreichen, so hielt nun die Standardisierung Einzug. Und im Fotostudio kamen auch kleine Leute ganz groß raus, wurde die Kleinbürgerin zur feinen Dame, der Kadett zum General.

1. Veranstaltung des Begleitprogramms zur Ausstellung „Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ in der Villa Hügel Essen

5. Juli 2011:

Das Medium für jede Gelegenheit – Porträtfotografie im 19. Jahrhundert Referent: Prof. Dr. Bodo von Dewitz, stellvertretender Direktor und Leiter der Fotografischen Sammlungen des Museum Ludwig, Köln

Beginn 19 Uhr im Großen Haus der Villa Hügel Essen. Der Eintritt ist frei.
Pressekontakt: Waltraud Murauer-Ziebach, presse@villahuegel.de, 0201-61629-19

05.07.2011